Salz hat in unserer Ernährung einen paradoxen Status. Ohne Natriumchlorid könnten wir nicht leben – mit zu viel davon gefährden wir jedoch Herz, Gefäße und Nieren. Als Ernährungsmedizinerin begegne ich diesem Spannungsfeld täglich in meiner Praxis.
Warum wir Salz überhaupt brauchen
Salz ist kein „leerer“ Geschmacksstoff, sondern ein essenzieller Nährstoff. Das darin enthaltene Natrium reguliert den Flüssigkeitshaushalt, ist entscheidend für die Reizweiterleitung in Nerven und ermöglicht die Muskelkontraktion. Ohne ausreichend Natrium käme es zu Schwindel, Krämpfen, Konzentrationsstörungen und im Extremfall zu lebensbedrohlichen Zuständen.
Der Körper braucht jedoch erstaunlich wenig davon: Etwa 1–2 Gramm Salz pro Tag würden physiologisch ausreichen, um diese Funktionen aufrechtzuerhalten.
Das Problem: Wir essen viel zu viel
In der Realität nehmen die meisten Menschen deutlich mehr zu sich – im Schnitt 8 bis 10 Gramm pro Tag. Der Hauptgrund ist nicht der Salzstreuer auf dem Tisch, sondern verarbeitete Lebensmittel: Brot, Käse, Wurst, Fertiggerichte, Snacks und sogar süße Produkte enthalten oft große Mengen versteckten Salzes.
Dieses Zuviel hat Folgen. Ein chronisch hoher Salzkonsum ist ein wesentlicher Risikofaktor für Bluthochdruck, der wiederum Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenerkrankungen begünstigt. Zudem kann ein hoher Salzkonsum Kalziumverluste fördern und langfristig die Knochengesundheit beeinträchtigen.
Salz und Geschmack: Eine Frage der Gewöhnung
Viele Menschen glauben, sie könnten „ohne Salz nicht essen“. Tatsächlich ist unser Geschmack jedoch formbar. Wer den Salzkonsum schrittweise reduziert, passt seine Wahrnehmung an – nach wenigen Wochen schmecken zuvor „normale“ Speisen plötzlich sehr salzig.
In meiner Beratung empfehle ich daher, langsam umzusteuern: weniger Nachsalzen, häufiger frisch kochen und den Geschmack mit Kräutern, Knoblauch, Zitrone oder Gewürzen statt mit Salz zu intensivieren.
Wie viel ist sinnvoll?
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal 5 Gramm Salz pro Tag. Für Menschen mit Bluthochdruck, Nierenerkrankungen oder Herzproblemen kann sogar weniger sinnvoll sein. Wichtig ist dabei nicht Perfektion, sondern eine realistische Annäherung.
Praktische Tipps:
- Zutatenlisten lesen und auf den Natriumgehalt achten
- „Salzarm“ oder „natriumreduziert“ bevorzugen
- Mehr unverarbeitete Lebensmittel wählen
- Selbst kochen statt Fertigprodukte nutzen
Fazit: Balance statt Verbot
Salz ist weder Feind noch Freund – es ist ein Werkzeug. Richtig dosiert, unterstützt es unsere Gesundheit. In Übermaß jedoch schadet es leise und langfristig. Mein Ziel als Ernährungsmedizinerin ist daher nicht, Salz zu verteufeln, sondern einen bewussteren Umgang damit zu fördern. Ihre Gefäße werden es Ihnen danken.





























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