Start Schlager-News Matthias Reim: Harte Zeiten für Schlagernachwuchs

Matthias Reim: Harte Zeiten für Schlagernachwuchs

Sänger Matthias Reim („Verdammt, ich lieb‘ dich“) befürchtet langfristige Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Musikbranche – vor allem für den Nachwuchs. „Auch das Verhalten, das ‚Ausgehverhalten‘ der Menschen dürfte sich nach dieser Pandemie ändern. Sie werden sich bewusster entscheiden und vielleicht nur zu den Dingen zurückkehren, die sie kennen. Das macht es für Newcomer sehr schwer“, erklärt der 63 Jahre alte Sänger jetzt. Chancen auf eine relativ schnelle Karriere hätten sich erledigt. „Das wird ein langer Weg.“

Grundsätzlich sei er ein Mensch, der in Krisen auch immer eine Chance sehe. Er habe sich vor der Pandemie ein Gebäude für ein Studio mit Proberäumen herrichten lassen. Es sei gerade fertig geworden, als die Pandemie begann: „Ich konnte das nutzen, um all die Sachen zu hören, die ich in den vergangenen Jahren gemacht hatte. Ich habe mir Zeit für mich selbst genommen und wusste: Du brauchst einen Umbruch. Beim nächsten Album, das im Januar erscheint, wird man das hören. Ich hatte noch nie so viel Zeit für Songs wie während der Pandemie.“

„Bis auf zwei Leute habe ich eine komplett neue Band. Wir haben drei Monate lang geprobt. Uns war klar: Wenn diese Zeit vorüber geht, werden sich die Menschen nach einem ‚Zurück in die Zukunft‘ sehnen. Das heißt, dass sie sich nach Künstlern und Musik sehnen, mit denen sie Erinnerungen an eine bessere Zeit verbinden“, sagte Reim.

„Die Musiker waren ausgehungert. Sie hatten auch keine Einnahmen mehr, obwohl sie am Ende des Monats die Wohnung bezahlen und ihre Familien ernähren mussten. Einige waren auf Hartz IV angewiesen. Es war eine Katastrophe“, betonte der Künstler.

Zwei von Reims Kinder haben unterdessen selbst Schlagerkarrieren begonnen. „Ich rate meinen Kindern ab, ungeduldig zu werden. Der Weg ist das Ziel. Jeder Schritt zählt. Ob es nun ein Video-Dreh ist oder ob es die ersten Auftritte sind.“ Junge Künstler würden in der Regel nicht nach einem Jahr in vollen Stadien singen und dann schon Millionäre sein.

„Man braucht jahrelang gute Songs, muss sich entwickeln und dabei hübsch auf dem Boden bleiben. Erfolg kommt nicht über Nacht, man muss sich das erarbeiten“, sagte der Sänger. Er habe mit „Verdammt, ich lieb‘ dich“ gleich am Anfang einen großen Hit gehabt, sei aber danach erst einmal wieder in der Versenkung verschwunden: „Kein Hype dauert ewig. Ein Künstler muss Vertrauen in sich selbst haben. Ich sage immer: ‚Nase runter, keine Star-Allüren, benehmt euch‘.“

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