Anita Hofmann sorgt sich um Schlager im TV
Anita Hofmann zählt zu den Künstlerinnen, die die große Zeit der Volksmusik und des Schlagers im Fernsehen geprägt haben. Heute ist sie zwar musikalisch im Popschlager angekommen, ihren Wurzeln bleibt sie aber treu. Umso mehr bewegt sie das Aus klassischer TV-Formate.
Sorge um die Zukunft des Schlagers im TV
Nach Ansicht von Anita Hofmann ist die sinkende Zahl an Fernsehsendungen für Schlager- und Volksmusikkünstler ein ernstes Problem. Natürlich müsse sich das Fernsehen weiterentwickeln und neue Formate ausprobieren, erklärt die Sängerin im Interview mit Schlagerpuls.com. Gleichzeitig dürfe dabei aber eine Musikrichtung, die fest zum deutschen Kulturgut gehöre, nicht verloren gehen. Gerade die ältere Generation identifiziere sich mit Volksmusik und Schlager, gleichzeitig müsse man aber auch junge Menschen für diese Tradition begeistern.
Die Sängerin hofft deshalb, dass Sender neue Konzepte entwickeln oder erfolgreiche Formate wieder aufgreifen. Denn, so bringt sie es auf den Punkt: „Nicht alles, was alt war, ist schlecht.“
Das Ende von „Immer wieder sonntags“ schmerzt
Besonders betroffen zeigt sich Hofmann über das Ende von „Immer wieder sonntags“. Moderator Stefan Mross begleitet sie seit Jahrzehnten, die Sendung sei für die gesamte Branche zu einer festen Institution geworden. Sie sei überzeugt, dass kaum ein Künstler dieses Format nicht geschätzt habe. Besonders wichtig sei gewesen, dass dort sowohl bekannte Stars als auch Nachwuchstalente regelmäßig eine Bühne bekamen.
Für Hofmann war die Sonntagssendung weit mehr als eine Unterhaltungsshow. Sie gehörte für viele Menschen fest zum Wochenende. „Da bricht einfach ein Stück Familie weg“, sagt sie. Gleichzeitig äußert sie die Hoffnung, dass ein Nachfolgeformat entstehen könnte – ein „Immer wieder sonntags 2.0“, das die Tradition fortführt.
Appell an die Politik
Zum Schluss richtet Anita Hofmann den Blick auf die Politik. Als Vorbild nennt sie Frankreich, wo ein bestimmter Anteil des Programms dem nationalen Kulturgut vorbehalten sei. Ein ähnliches Modell könne sie sich auch für Deutschland vorstellen. „Einmal in der Woche oder ein bis zwei Mal im Monat dürfte es doch kein Problem sein, eine Stunde Volksmusik und Schlager zu integrieren.“ Für sie wäre das ein wichtiges Signal, damit diese Musik auch künftig ihren festen Platz im Fernsehen behält.