Frank Schöbel
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Frank Schöbel kritisiert Politik

Der ehemalige DDR-Star Frank Schöbel hat sich in einem Interview kritisch zu aktuellen politischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Veränderungen geäußert. Der 83-jährige Musiker, der seit mehr als 60 Jahren erfolgreich im Geschäft ist, sieht insbesondere die zunehmende Verwendung militärischer Begriffe mit Sorge.

Kritik an Begriff „Kriegstüchtigkeit“

Schöbel zeigte sich irritiert darüber, dass in der heutigen Zeit wieder von „Kriegstüchtigkeit“ gesprochen werde. Es sei für ihn schwer nachvollziehbar, dass gerade Menschen ohne eigene Kriegserfahrung solche Begriffe verwendeten. Zwar sei Verteidigung notwendig, eine gesellschaftliche Ausrichtung hin zu militärischer Stärke lehne er jedoch ab. Worte hätten Konsequenzen, gab er zu bedenken.

Musik soll zum Nachdenken anregen

Mit Blick auf seine eigene Arbeit betonte Schöbel, Musik müsse nicht unpolitisch sein. Sie solle sowohl unterhalten als auch Denkanstöße liefern. Viele Menschen suchten zwar bewusst nach Ablenkung, dennoch sei es wichtig, auch gesellschaftliche Themen künstlerisch aufzugreifen.

Persönliche Vergangenheit prägt Haltung

Geprägt wird Schöbels Sichtweise auch durch seine eigene Familiengeschichte. Sein Vater wurde 1948 in ein sowjetisches Speziallager gebracht und starb dort an Tuberkulose. Diese Erfahrung habe ihn nachhaltig beeinflusst.

Rückblickend äußerte der Sänger auch Bedauern über eine persönliche Entscheidung: Er habe es versäumt, eine Frau zu treffen, die seinen Vater in dessen letzten Momenten begleitet hatte. Damals habe er sich der Begegnung entzogen, heute sehe er darin einen Fehler.

Kritik an gesellschaftlichem Umgang miteinander

Darüber hinaus beobachtet Schöbel nach eigenen Angaben eine zunehmende Distanz zwischen Menschen. Viele seien durch Smartphones abgelenkt und nähmen ihre Mitmenschen weniger wahr. Der gesellschaftliche Zusammenhalt, wie er ihn aus DDR-Zeiten kenne, sei schwächer geworden.

„DDR-Star“-Label bleibt bestehen

Auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung wird Schöbel häufig als „DDR-Star“ bezeichnet. Er nehme das hin, sehe darin aber auch eine Reduzierung seiner Laufbahn. Schließlich sei er inzwischen länger im vereinten Deutschland aktiv als zu DDR-Zeiten gewesen.

Weiterhin aktiv mit 83 Jahren

Trotz seines Alters denkt Schöbel nicht an ein Karriereende. Er steht weiterhin auf der Bühne und ist auch privat aktiv. Sein Blick richte sich nach vorne, erklärte der Sänger – ungeachtet anhaltender Unterschiede zwischen Ost und West, die er weiterhin wahrnimmt.

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