Chefsache – Johanna Fölkel · Interview
Sie hielt sich für eine der wenigen, die den großen Betrug durchschaut hatten. Politiker logen, Journalisten manipulierten, mächtige Kreise steuerten im Hintergrund die Geschicke der Welt. Millionen Menschen glaubten den offiziellen Erklärungen. Johanna Fölkel wusste es angeblich besser.
Sie vertraute einem ehemaligen öffentlich-rechtlichen Radiomoderator, der zum Sprachrohr der Verschwörungsszene geworden war. Schließlich arbeitete sie selbst für ein umstrittenes Internetmagazin, verbreitete dessen Botschaften und war überzeugt, auf der richtigen Seite zu stehen.
Doch dann begann ihre Welt zu bröckeln. Begegnungen mit Andersdenkenden, Widersprüche und eigene Zweifel erschütterten Überzeugungen, die sie lange für unumstößlich gehalten hatte. Der Ausstieg wurde zu einer Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Vergangenheit. Noch Jahre später hatte sie Angst, dass ihre frühere Tätigkeit öffentlich bekannt werden könnte.
Heute ist Johanna Fölkel Politikwissenschaftlerin, Medienpsychologin und Autorin. In ihrem Buch „Geteilte Wirklichkeit“ erzählt sie, wie sie in die verschwörungsideologische Szene geriet und sich schließlich von ihr löste.
Warum glaubte eine intelligente junge Frau ausgerechnet jenen Menschen, die überall Manipulation und Täuschung witterten? Wie fühlt es sich an, erkennen zu müssen, dass man selbst jahrelang einem Irrtum aufgesessen ist? Und kann man Menschen überhaupt mit Argumenten erreichen, wenn sie überzeugt sind, die Wahrheit längst zu kennen?
Darüber spricht Johanna Fölkel mit Oliver Dunk im Podcast „Chefsache! Macher im Gespräch“.
Sendung vom 01.11.2026