Hitze: Ernährung zur Gesundheitsvorsorge
Wenn das Thermometer über 40 Grad klettert
Die aktuellen Hitzewellen mit Temperaturen von teilweise über 40 Grad stellen den Körper vor enorme Herausforderungen. Viele Menschen unterschätzen, wie stark Hitze den Stoffwechsel, den Flüssigkeitshaushalt und den Kreislauf belastet. Aus ernährungsmedizinischer Sicht spielt die richtige Ernährung deshalb eine entscheidende Rolle, um den Organismus zu entlasten und gesundheitlichen Problemen vorzubeugen.
Ausreichend trinken – aber richtig
Mit steigenden Temperaturen verliert der Körper deutlich mehr Flüssigkeit und Mineralstoffe über den Schweiß. Wer erst trinkt, wenn Durst aufkommt, ist häufig bereits leicht dehydriert. Ideal sind Wasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees sowie stark verdünnte Saftschorlen. Erwachsene sollten an sehr heißen Tagen – abhängig von Alter, Aktivität und Gesundheitszustand – deutlich mehr trinken als üblich. Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten ihre individuelle Trinkmenge jedoch mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt abstimmen.
Leichte Kost entlastet den Körper
Schwere, fettreiche Mahlzeiten verlangen dem Verdauungssystem viel Energie ab und können den Kreislauf zusätzlich belasten. Empfehlenswert sind mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Frisches Gemüse, Salate, wasserreiches Obst wie Wassermelone, Beeren, Gurken oder Tomaten sowie Joghurt, Quark und leicht verdauliche Eiweißquellen wie Fisch oder Hülsenfrüchte versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen, ohne ihn unnötig zu belasten.
Mineralstoffe nicht vergessen
Mit dem Schweiß gehen neben Wasser auch Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium verloren. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Obst, Nüssen und Vollkornprodukten hilft, diese Speicher wieder aufzufüllen. Bei gesunden Menschen sind spezielle Elektrolytgetränke meist nicht notwendig. Nach intensiver körperlicher Belastung oder starkem Schwitzen können sie jedoch im Einzelfall sinnvoll sein.
Alkohol und Zucker sind keine Durstlöscher
Alkohol erweitert die Blutgefäße und belastet den Kreislauf zusätzlich. Auch stark zuckerhaltige Getränke sind bei Hitze keine gute Wahl, da sie den Blutzucker rasch ansteigen lassen und den Durst oft nicht nachhaltig löschen. Wasser bleibt daher die beste Erfrischung.
Mein Fazit als Ernährungsmedizinerin
Die Ernährung kann an heißen Tagen einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten. Wer ausreichend trinkt, leichte und wasserreiche Lebensmittel bevorzugt und auf Alkohol sowie sehr schwere Mahlzeiten verzichtet, unterstützt den Körper dabei, mit extremer Hitze besser umzugehen. Gerade angesichts immer häufiger auftretender Hitzewellen ist eine bewusste Ernährung kein kurzfristiger Trend, sondern ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge.