Müde nach dem Essen? Das steckt dahinter
Gesundheits-Tipps von Daniela Kielkowski

Müde nach dem Essen? Das steckt dahinter

Nach dem Mittagessen würden Sie sich am liebsten direkt aufs Sofa legen? Ein gewisses Leistungstief nach einer Mahlzeit ist zunächst ganz normal. Unser Körper ist mit der Verdauung beschäftigt, gleichzeitig beeinflussen Nährstoffe, Hormone und unser natürlicher Tagesrhythmus, wie wach wir uns fühlen. Wird die Müdigkeit nach dem Essen allerdings regelmäßig sehr stark, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Zusammensetzung der Mahlzeiten.

Große Portionen machen schläfrig

Je üppiger eine Mahlzeit ausfällt, desto mehr hat die Verdauung zu tun. Besonders sehr fettige, schwere Speisen können das Gefühl von Trägheit verstärken. Mein Tipp aus ernährungsmedizinischer Sicht: Essen Sie sich angenehm satt, aber nicht „randvoll“. Langsames Essen hilft dabei, das Sättigungsgefühl rechtzeitig wahrzunehmen.

Kohlenhydrate clever kombinieren

Auch eine Mahlzeit mit vielen schnell verfügbaren Kohlenhydraten – etwa Weißbrot, Süßigkeiten, Gebäck oder zuckerreichen Getränken – kann ein ausgeprägtes Tief begünstigen. Der Blutzucker steigt zunächst rasch an und kann anschließend wieder deutlich absinken. Günstiger sind ballaststoffreiche Kohlenhydratquellen wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder Gemüse. Kombinieren Sie diese mit Eiweiß, beispielsweise aus Joghurt, Quark, Fisch, Eiern, Tofu oder Hülsenfrüchten, und einer moderaten Menge hochwertiger Fette. So wird die Mahlzeit sättigender und der Blutzuckerverlauf tendenziell gleichmäßiger.

Bewegung statt zweiter Kaffee

Nach dem Essen muss es nicht sofort ein Espresso sein. Schon ein Spaziergang von zehn bis 15 Minuten kann helfen, wieder in Schwung zu kommen. Bewegung nach einer Mahlzeit unterstützt zudem die Regulation des Blutzuckers. Auch ausreichend Flüssigkeit ist wichtig: Wer über den Tag zu wenig trinkt, kann sich müde und unkonzentriert fühlen. Wasser oder ungesüßter Tee sind eine gute Wahl.

Wann Sie genauer hinschauen sollten

Gelegentliche Müdigkeit nach einer großen Mahlzeit ist meist kein Grund zur Sorge. Wenn Sie jedoch nach fast jedem Essen außergewöhnlich erschöpft sind oder zusätzlich Beschwerden wie Schwindel, Zittern, Herzklopfen, starken Durst oder deutliche Leistungseinbrüche auftreten, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. Unter anderem können Schlafmangel, Medikamente sowie Störungen des Zuckerstoffwechsels oder andere Erkrankungen eine Rolle spielen.

Mein Ernährungstipp: Probieren Sie mittags eine etwas kleinere, ausgewogene Mahlzeit mit viel Gemüse, einer Eiweißquelle und ballaststoffreichen Kohlenhydraten – und gehen Sie anschließend zehn Minuten an die frische Luft. Beobachten Sie eine Woche lang, ob Ihr Nachmittagstief dadurch schwächer wird.

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